Das innere Kind – Elixier des Lebens

Vor kurzem bin ich an der Ostsee gewesen. Während der Monate Juni, Julie und August ist dort dick Bambule. In der Nebensaison jedoch ist die Ostsee ein wunderbarer Ort der Entspannung aber vor allem auch ein Ort der Beobachtung.

Ich sitze also am Strand. Es ist sehr windig und die Gischt der hereinbrechenden Wellen erreicht mein Gesicht. Ich fühle mich jedesmal wunderbar erfrischt bei dem kühlen und auf der Zunge spürbaren Salzgehalt des Wassers.

Zwei Frauen gehen mit ihren kleinen, vielleicht 4 – 5 jahralten Mädchen ins Meer, um sich zu erfrischen. Der Wind braust und die langen blonden Haare der Kinder wehen frei und wild im Wind. Das Wasser hat sicherlich nicht mehr als 16 – 17 Grad, doch das tut dem Spaß der beiden keinen Abbruch.

Die Mädchen springen jeder einzelnen Welle entgegen und dieselbigen brechen sich an den kleinen Körpern, die wild umhertanzen und anscheinend weder Kälte noch sonst irgendein Unbehagen verspüren.

Die Kinder jauchzen und lachen ohne Unterbrechung.

Ich sitze am Strand und bin keine 10 Meter vom Geschehen entfernt. Der Wind ist kühl und ich ziehe mir meinen Wollkragenpullover ganz nach oben, wissend, dass mein inneres Kind sich daran erfreut, dem Spaß aus der Ferne beizuwohnen.

In Wahrheit will es aber mit reinspringen.

Ich erinnere ich mich daran, wie ich als kleiner Junge im Meer umherschwamm, den Wellen wild entgegensprang und das kalte Nass meinen Körper wieder und wieder umgarnte. Ich liebte es und selbst jetzt kann ich dieses Gefühl nachempfinden.

Meine Eltern haben mich einfach nie aus dem Wasser bekommen. Ich war wie ein Fisch, der ober- und unterhalb des Meeres es liebte, sich an der Kühle des Wassers zu laben. Eines das ich aber auch jeder andere Mensch vermisste war die Fähigkeit die wechselwarmen Muster eines Fisches kopieren zu können.

Regelmäßig liefen meine Lippen aber auch Finger blau an und selbst dann weigerte ich mich jedes Mal aus dem Wasser zu gehen, um mich hinter dem von meinem Vater sorgfältig aufgebauten Windschutz und unter drei Lagen Badetüchern aufzuwärmen.

Das erste Anzeichen von Unbehagen habe ich zwar auch mitbekommen, doch war das nie ein Grund dafür sofort mit dem Spiel im Wasser zu enden. Warum auch? Es gibt mir doch so viel Freude und außerdem wusste ich ja aus Erfahrung, dass sich mein Körper nach kurzer Zeit wieder aufwärmen würde.

Nicht dass das eine große Rolle spielte, denn dazu war ich viel zu sehr in mein Spiel vertieft.

Als ich also den Kindern beim überschwänglichen Badespaß zuschaute, spürte ich zum einen Ihre Lust am Leben aber auch die Unbekümmertheit des Momentes und genau dem, was sie taten.

Sie spielten und ja, alles war ein Spiel.

Als mittlerweile erwachsener Mensch spüre ich immer wieder, dass es nichts Schöneres gibt, als sich dem Spiel hinzugeben. Spürbar wird das immer, wenn ich mich selbst darin sehe. Es muss keine Erinnerung bleiben oder ein aus den Erinnerungen hervorgebrachtes Gefühl.

Es ist das Kindliche in einem zu bejahen und es liebevoll zu umarmen.

Egal wie alt ich bin, meine kindliche Seele oder man kann auch sagen: »Beobachtete Stille meines Seins«, wird mich immer begleiten.

Es ist meine Entscheidung aber vor allem auch unbegrenzte Freiheit meinem kindlichen Sein den Raum zu geben, den es verlangt. Es geht auch gar nicht anders, denn es existiert nicht separat von mir, sondern es ist Teil meines Bewusstseins.

Hier ein kurzes Zitat von Maria Montessori. Sie bezieht sich hierbei auf das manifestierte Kind.

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Source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:NSRW_Maria_Montessori.jpg?uselang=de

“Die Aufgabe der Umgebung ist nicht, das Kind zu formen, sondern ihm zu erlauben, sich zu offenbaren.”

… ich gehe jetzt spielen!

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ich bin Weltenbumler, digitaler Nomade, Lifehacker, Buchautor und Künstler. Ich arbeite von unterwegs und dazu brauche ich nichts weiter als eine gute Internetverbindung, mein Macbook Air, Smartphone, meinen Rucksack, Boots und ne ganze menge Spaß.

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