Die Illusion des Durchbruchs

Ich habe mich heute gefragt, warum der Durchbruch, den man sich für das folgende Jahr wünscht, eine Illusion und somit bestandslos ist? Tut mir leid, wenn ich einigen jetzt gleich den Wind aus den Segeln nehme, denn genau das haben einige ja für das nächste Jahr sicherlich geplant.

Den unvermeidlichen Durchbruch.

Nächstes Jahr geht es aber richtig zur Sache und dann werde ich es allen zeigen. Meinen Eltern, Businesspartnern, Freunden und klar nicht zu vergessen der Freundin.

Und dann geht es auch gleich zur Sache und Fragen wie;

Was werde ich tun, damit es ein Durchbruch wird? Wie kann ich es tun, damit ich nicht an meinem Wunsch vorbeischlitter oder Wieviel Zeit bin ich bereit zu investieren, damit ich meine Träume verwirklichen kann?

Und doch werden alle diese Fragen nicht zum Erfolg oder gewünschten Durchbruch führen, denn eine fundamentale Frage wird so selten gestellt.

Warum mache ich das?

Warum möchte ich diesen Durchbruch im nächsten Jahr erreichen? Wobei die 2. Frage bereits das falsche Argument mit Namen: »Durchbruch«, beinhaltet.

Der Durchbruch ist doch nichts weiter als ein Konstrukt, der dafür herhalten muss, dass möglicherweise das eigentliche Ziel nicht klar definiert worden ist und darüberhinaus auch das, »Warum« des ganzen nicht klar ist.

Der »Durchbruch« als Argument, um möglicherweise 80 Stunden die Woche zu arbeiten, reicht einfach nicht, um die Sache in Schwung zubringen. Ein Durchbruch kommt, wenn das »WARUM« klar ist.

Warum möchte ich mit Interessenten sprechen? Warum ist es mir wichtig, diese Aufgabe zuerfüllen? Warum lässt es mich nicht los, darüber nachzudenken etwas tun zu wollen? Warum begeistert es mich, genau in diesem Feld tätig zu werden? Warum machen mich die Gesichter meiner Kunden glücklich?

Warum, Warum, Warum …

Ich kenne mein Warum - fotografiert by Annakee Sky

fotografiert by Annakee Sky

Im Warum steckt die ganze Kraft, denn hier kann man sich die Energie her besorgen, um sich mit Volldampf an die Was und Wie Fragen zumachen.

Für mich war das (nicht) immer total klar, dass ich mich an den Wie Fragen regelrecht aufhängen könnte, ohne zu merken, dass diese die völlig falsche Grundlage für meine Projekte hatten.

Wenn also beispielsweise Geld meine Motivation ist, das renne ich dem Geld hinterher, was auch so viel bedeutet, dass mein kreativer Aspekt eines Projektes auf der Strecke bleibt. Bedeutet wiederum, dass ein Projekt seine Blüte möglicherweise nicht erreichen würde und das Rennen nach dem Geld weitergeht.

Das wäre echt ein scheiß Spiel, um es mal NICHT durch die Blume zusagen.

Warum ist das »Warum« in Bezug auf den Wunsch zum Durchbruch noch wichtig?

Zum einen ist da die ganz eigene Motivation drin verborgen. Hier etwas zu tun, wofür man keine Passion oder Begeisterung hat, ist in etwa wie, ein Fußballspiel im Fernsehen sich anzusehen und beide Teams sind einem eigentlich völlig egal.

Wenn ich aber meiner Aufgabe klar bin und diese auch spüren kann und eine Antwort darauf habe, warum ich zum Beispiel diesen Artikel schreibe, dann wird dieser Dich Dich auch erreichen.

Oder auch nicht und das wäre auch nicht schlimm.

Der »Durchbruch« steht ja im Grunde genommen auch für ein imaginäres Resultat, also ein Ergebnis, dass noch nicht realisiert worden ist. Der »Durchbruch« und was immer Du in seine Definition packst, ist nichts weiter als ein Gedankenkonstrukt, der da sein darf, der aber schwierig ist zu nutzen, da es etwas ist, das noch NICHT IST.

Was Du aber nutzen kannst, sind Deine bereits existierenden Beweggründe, zu, warum Du tust, was Du tust.

Warum stellt diese Form des Ziels eigentlich als so ein Problem da?

Dadurch, dass Du den »Durchbruch« in die Zukunft manövriert hast, verlierst Du Dich auch in dieser Zeit, die wie Du weißt, ja nicht existiert. All das, was existiert ist, JETZT und hier müssen sich auch Deine Motivationen und anderen Warums befinden.

Deine Aufmerksamkeit verliert sich also entsprechend. Du bist einfach nicht hier und jagst etwas nach, was erstens noch nicht eingetreten ist und zweitens möglicherweise, ehe nur eine Illusion ist.

Du kannst also nicht im Moment sein, wenn alles was Du willst, in der Zukunft ist. Naja, ist es ja nicht, denn auch das ist nur eine Illusion.

Du kannst also alles, was Du zu tun hast jetzt und hier tun. Es gibt ehe keine andere Möglichkeit oder andere Zeit als den Moment in dem Du ihn wahrnimmst. Und dann heißt es loslegen.

Ich persönlich fände es unsagbar schwierig mich ständig dem Tag volle Kanne hinzugeben, wenn alles was ich will, sich in der Zukunft befindet. Ich habe da gar keine Zweifel, das dem so ist.

Wenn ich mich am Durchbruch orientieren würde, dann passiert Folgendes. Ich würde ins ständige Überprüfen verfallen.

Ohhhh, ist der Durchbruch schon da?

Nein, noch nicht. Okay weiter …

Ich verfalle regelrecht einem Überprüfungswahnsinn. Ich überprüfe stetig, was denn nun meine Durchbruchs-Erfolgs-Skala sagt, ohne möglicherweise zu wissen, was sie eigentlich aussagen sollte.

Es motiviert mich NICHT mich ständig selbst auszuchecken, um Zusehen, ob ich da ankomme, wo ich ehe gerade nicht bin, denn sonst würde ich ja nicht überprüfen. Geht doch meistens darum zu überprüfen, wie weit ich eigentlich noch von meinem Durchbruch entfernt bin.

Warum ist es noch gut, sich das »Warum« vor Augen zuhalten und es zum Motor meiner Projekte zu machen?

Nun, je stärker ich meine »Warums« beantworten kann, um so präziser und fundamentaler sind meine Was und Wie Fragen. Ich würde mich beispielsweise Folgendes fragen und danach gleich das Was und Wie ranhängen.

Beispiel:

WARUM: Menschen aufzuzeigen, wie sie Ihr eigenes Potenzial treffen können und aus Ihrem 7-Tage-Woche Hamsterrad rausfinden, ist etwas, dass mir Freude bereitet. Menschen vom Außen ins Innen zubegleiten und Ihnen helfen eine Tür zu einem erfüllteren Leben zuöffnen ist mir ein echtes Bedürfnis. Es ist mir ebenfalls ein Bedürfnis, Menschen zurück in den Moment zubegleiten, denn die große Mehrzahl aller Menschen leben entweder in der Vergangenheit oder Zukunft, Grund für großes Leiden – körperlich, wie auch selig.

WAS / WIE: Ich führe die Menschen, begleitend in meinen Coachings in den Moment, die Gegenwart. Das erreiche ich, indem ich Ihnen die Schmerzen vor Augen führe, durch die sie gehen, wenn sie statt im Moment in der Zukunft oder Vergangenheit leben. Hier habe ich für mich gerade ein WAS und WIE beschrieben, welches sich nahtlos aus dem WARUM entwickeln konnte.

Zusammenfassend vielleicht nochmal Folgendes.

1. Auf einen Durchbruch zu warten oder als zu erreichendes Ziel zu definieren bewegt Dich aus der Gegenwart und somit in eine nicht-existierende Zukunft.

2. Ein Durchbruch stilisiert sich oft nur zu einem Mind-Konstrukt und schreit trotzallemdem nach ständigem Überprüfen und Abgleichen. Der Mind-Konstrukt will wissen, ob der Durchbruch denn schon da ist.

3. Bevor ich anfange zu definieren was, und wie ich es tun will, definiere ich als Erstes mein WARUM. Warum bin ich überhaupt in diesem Projekt unterwegs.

Das war es mal wieder für heute. Wenn Dir dieser Artikel gefallen hat, dann teile ihn mit Deinen Freunden auf Facebook, Google oder Twitter.

Wie gehst Du mit der Gegenwart um?

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Hey, Sven hier...

ich bin Weltenbumler, digitaler Nomade, Lifehacker, Buchautor und Künstler. Ich arbeite von unterwegs und dazu brauche ich nichts weiter als eine gute Internetverbindung, mein Macbook Air, Smartphone, meinen Rucksack, Boots und ne ganze menge Spaß.

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