Was passiert, wenn ich mich mit meinem inneren Perfektionisten unterhalte.

Ich: Gott, ich bin so müde.

Perfektionist: Das liegt bestimmt daran, dass Du einfach nicht genügend Aufmerksamkeit auf das Ideale in Dir legst.

Ich: Das ist genau der Grund mein Lieber, warum ich so müde bin. Ich habe den ganzen Tag nichts anderes getan und das wird mir gerade so richtig bewusst.

Perfektionist: (Mit den Augen rollend) Na, dann machst Du es einfach nicht richtig! Du musst schon genau hinschauen.

Ich: Was meinst Du mit genau hinschauen?

Perfektionist: Na es genügt nicht sein Bestes zu geben, sondern nach etwas zu streben, das Deinem Ideal entspricht und dieses gilt es natürlich zuerfüllen.

Ich: Ich strebe aber nicht nach einem Ideal, sondern gebe mich dem Moment hin, der einzigen verfügbaren Zeit im Universum. Einem Ideal oder perfekten Moment hinterherzurennen oder drauf zu warten ist genau das, was mich total ermüden würde und was halt heute auch wieder passiert ist.

Perfektionist: Vergiss doch mal den Moment und versuche die Freude zu empfinden, wenn Du etwas kreieren kannst, das perfekt und schlechthin ergreifend sein kann.

Ich: Warum sollte ich darauf warten, wenn ich es mit dem, was ich hier in seiner Unperfektheit doch auch tun kann? Das Streben nach Dir mein Freund habe ich längst aufgegeben, selbst wenn ich immer wieder auf Dich treffe. Bist halt ein Teil von mir.

Perfektionist: Du verpasst doch aber all die erstaunten Gesichter, die Gratulanten und selbst die Neider, wenn Du etwas perfekt abliefern würdest.

Ich: Das Einzige, das ich verpassen würde, mein lieber Perfektionist ist das Leben zu erleben und die Liebe zu spüren, die sich mir in jedem noch so unperfekten Moment offenbart. Zu sehen und die Dinge so zusehen, wie sie sind, ist das, was dann in seiner Umkehr wunderschön ist, ohne dem Ideal eines Momentes entsprechen zu müssen.

Bin müde mein lieber Freund.
Gute Nacht.
Sven (alias Ich)

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Hey, Sven hier...

ich bin Weltenbumler, digitaler Nomade, Lifehacker, Buchautor und Künstler. Ich arbeite von unterwegs und dazu brauche ich nichts weiter als eine gute Internetverbindung, mein Macbook Air, Smartphone, meinen Rucksack, Boots und ne ganze menge Spaß.

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  1. Christina Egerter Antworten

    Ein schönes Zwiegespräch…das sovielem Ausdruck verleiht ,was wir oft gar nicht mitkriegen.Danke!

    • Sven Kaven Antworten

      Du bist ja fix liebe Christina 🙂 Vielen Dank. Sich den Dingen in einem Moment bewusst zu werden ist das, was Dich dein “Ich bin” erleben läßt, ohne es zu verurteilen.